Dorfgemeinschaftshaus – auf den Weg bringen

Hierbei geht es um eine Vision, einen gewagten Blick in die Zukunft, eine Vorstellung, wie das Zusammenleben in unserem Dorf sich künftig entwickeln könnte. Es geht noch nicht um ein fertiges Konzept, sondern um eine Idee, die am Anfang von Taten steht, die sich lohnen könnten.

Schöne Erfahrungen sind der Ausgangspunkt

Wir haben aus den letzten Jahren bereits schöne Erfahrungen mit dem Dorfgemeinschaftsleben in Leistadt. Die Winterkneipe im Turnverein erfreut sich größter Beliebtheit, wie auch der Seniorennachmittag am gleichen Ort. Die Weihnachtsfeier und der Kinderfasching dort sind traditionelle Ereignisse für das ganze Dorf. Im evangelischen Gemeindehaus trifft sich regelmäßig der Frauenbund. Der Musikverein hat ein eigenes Haus für Proben und Zusammenkünfte und bietet dort auch Raum für die Vorbereitungstreffen zur Leistadter Kerwe. Im Rathaus treffen sich Sänger oder auch Freunde des Yoga. In der Turnhalle ist die ganze Woche über an den Nachmittagen und den meisten Abenden das Vereinsprogramm und bringt viele Leistadter aller Generationen im Sport zusammen. Zahlreiche Leistadter stehen mit einem „Leistadt-Chat“ ständig miteinander bei Whatsapp in Verbindung. Wenn etwas zu tun ist, klappt es rasch, Mitwirkende zu organisieren. Sei es für die vielen Aktivitäten, die bei der Kerwe entwickelt werden, zur Vorbereitung des Leistadter Jahresauftakts oder der Kulinarischen Weinprobe, der gesellige Vorbereitungssitzungen in der Probierstube im Weingut Brenneis-Koch vorausgehen. Bei Sonnenschein geschieht es häufig, dass sich spontane Gemeinschaften beim Weingut Neu zu einer Schorle zusammenfinden. Diese Aufzählung ist sicher nicht vollständig. Sie zeigt: Die Gemeinschaft im Ort ist lebendig, kommt gern zusammen und verbreitet Freude.

Der Phantasie freien Lauf …

Das kann man unter dem Stichwort eines Dorfgemeinschaftshauses noch einen Schritt weiterspinnen, wenn man der Phantasie einen freien Lauf in die Zukunft lässt. Dort könnte ein allgemeiner, offener und täglicher Treffpunkt sein, Freizeitort und Begegnungsstätte für die Generationen. Ältere Mitbürger könnten dort miteinander frühstücken, statt allein zu sein. Es könnte einen Mittagstisch geben, bei dem man sich wechselseitig bekocht, gemeinsam isst, sich hilft und miteinander spricht. Es gibt Bücher für Momente des Rückzugs und betreute Computer, durch die man über das Internet mit der Welt in Verbindung ist. Wanderer oder Touristen sind auf eine Tasse Kaffee mit Kuchen oder ein Glas Schorle willkommen. Über den „digitalen Dorfladen“ kann man seine Einkäufe komfortabel erledigen und bekommt dort seine Bestellungen gegen Abend angeliefert, oder von dort nachhause gebracht. Frischeprodukte vom Kleinsägmühler Hof oder anderen regionalen Erzeugern und das Nötigste hält in Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem Backhäus´l der „analoge“ Dorfladen bereit, in dem auch die Weine der örtlichen Winzer an Touristen und Einheimische verkauft werden können. Nachmittags kommen vielleicht Schüler hinzu, die dort gemeinsam ihre Hausaufgaben machen, vielleicht unterstützt von dem einen oder anderen fitten Senior, die Jugendlichen können dort gemeinsame Freizeitaktivitäten planen und durchführen. Wir treffen uns vielleicht Sonntagmittag zum Frühschoppen und erörtern Fragen der großen und kleinen Welt. In gemütlichen Räumen finden sich Arbeitsgruppen zusammen, die sich Gedanken über die Weiterentwicklung des Dorfes machen oder die Umsetzung von guten Ideen besprechen. An manchen Abenden gibt es Filme wie im Kino, aber es macht viel mehr Spaß, diese gemeinsam zu schauen. Man trifft Verabredungen, weil man sich trifft, und dadurch ganz einfach ins Gespräch kommt. Ein Raum für generationenübergreifende Vielfalt.

Zusammenleben und wohnen

Vielleicht gibt es dort sogar die Möglichkeit für Wohngruppen, auch generationenübergreifend. Einzelne der Bewohner machen es sich zur Aufgabe, das Dorfgemeinschaftshaus zu betreuen, in Ordnung zu halten, die täglichen Dinge zu organisieren. Weil es Freude macht und eine schöne Aufgabe im Leben sein kann. Vielleicht gibt es sogar Möglichkeiten zur Tagespflege und würdiges Altern. Die Chancen sind vielfältig und geben einen hoffnungsfrohen Ausblick auf die Zukunft. Mit der Erfahrung von Erfolgen wächst der Mut; mit Niederlagen gehen wir verständnisvoll und solidarisch um.

In dieser Weise kann aus Vorstellungen und Wünschen, Hoffnungen und Visionen, mehr werden, nämlich Realität. Wir sind in Leistadt schon weit gekommen und können noch viel mehr in der Gemeinschaft erreichen. Wir sichern uns soviel Privatheit, wie wir brauchen und schaffen soviel Raum für Gemeinschaft, wie wir haben wollen. Darüber wollen wir ins ernste und fröhliche Gespräch miteinander kommen - und das Dorfgemeinschaftshaus so auf den Weg bringen. Denn jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt.

Wie das finanziell gehen soll? Auch hier gibt es viele Möglichkeiten und wir finden die für uns passenden heraus und organisieren den guten Willen. Andernorts gibt es schon viele erfolgreiche Erfahrungen, die machen wir uns zu nutze. Und vielleicht sieht auch der eine oder andere Mitbürger in so einem Haus eine gute Adresse für Teile seines Vermögens, das er so der Gemeinschaft zurückgeben kann.

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